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Kurzurlaub: Andel’s in Berlin

Kurzurlaub: Andel's in Berlin

Mit 4 + Sternen lockt das Andel’s seine Gäste an. Die Preise liegen im Durchschnitt bei 150 EUR die Nacht, nur mit Glück kann man auch ein Doppelzimmer für knapp 100 EUR buchen. Wegen der extrem positiven Bewertungen bei tripadvisor wollten wir uns das Andel’s einmal selbst anschauen und uns von seiner vermeintliche Perfektion überzeugen. Ohne vorher viel herumzureden hier unser Fazit über das Andel’s in vier Worten zusammengefasst: Mehr Schein als Sein…

Wieso wir dieser Ansicht sind, könnt ihr nun ausführlich nachlesen: Wir haben das Andel’s über booking.com für 3 Nächte für ca. 300 EUR 7 Tage vor unserer Ankunft gebucht. Bereits beim Check-In wurden wir negativ überrascht: Die Dame an der Rezeption sagte uns, dass sie angeblich nur noch ein behindertengerechtes Doppelzimmer oder ein Raucherzimmer zu Verfügung hätte. In einem Hotel mit mehr als 500 Zimmern kam uns das recht seltsam vor und auch die Tatsache, dass wir bereits rechtzeitig ein normales Doppelzimmer reserviert hatten, verwirrte uns bei dieser Aussage noch mehr. Wir fragten, was der Unterschied zu einem normalen Doppelzimmer sei und sie meinte, dass lediglich die Türen breiter wären und das Bad wenige behindertengerechte Extras beinhalte. Da uns nichts anderes übrig blieb, schauten wir uns das Zimmer an. Zu unserer Enttäuschung sah das Bad komplett anders aus als die im Internet ausgewiesenen schicken Bäder. Die ebenerdige, mit einem Vorhang versehene Dusche, das niedrige Waschbecken und die Haltegriffe in jeder Ecke erinnerten mich sehr an ein Krankenhausbad und keiner von uns fühlte sich hier wohl. Also gingen wir erneut an die Rezeption, bewusst zu einer anderen Dame. Natürlich bekam dies Rezeptionistin Nr.1 mit und deutete bei ihrer Kollegin auf den Bildschirm und sagte: „Da ist gerade eins frei geworden! Dann nehmen wir eben dieses Zimmer!“ Ohne großes Theater erhielten wir eine neue Zimmerkarte und siehe da, dass Zimmer war top ausgestattet, das Bad hatte eine Dusche und eine extra Badewanne und der Blick ging sogar auf die Außenseite des Hotels und nicht wie zuvor in den Innenhof. Wir stellen uns natürlich die Frage, warum man nicht gleich das gebuchte Zimmer vergibt, sondern erst Restzimmer verteilen möchte. Auch, dass ein Zimmer angeblich erst um 17Uhr frei geworden sein soll, klingt alles andere als glaubwürdig. Dem Gast ins Gesicht zu lügen – da haben wir schon bessere Check-Ins erlebt.

Doch dies war nicht der einzige Kritikpunkt im Andel’s. Der Spa-Bereich ist ebenfalls sehr enttäuschend: Im Internet wird der Wellness-Bereich besonders hervorgehoben. Grund genug, sich diesen einmal genauer anzuschauen. Die Umkleiden und Duschen sind sehr modern eingerichtet, doch leider wars das auch. Im Spa-Bereich gibt es neben der Sauna und dem Ruheraum einen Whirlpool, der viel zu heiß eingestellt ist und indem man maximal ein paar Minuten bleiben kann, bevor man keine Luft mehr bekommt. Ich war anschließend im Dampfbad und empfand dies als lauwarm… Im 10. Stock Blick auf Berlin? Im Traum! Das einzige worauf man vom Whirlpool aus schauen kann, ist eine Wand. Die Terrasse im Wellness-Center ist zu klein für die Größe des Hotels und auch der kleine Whirlpool reicht nicht aus um den 1.000 Gästen gerecht zu werden. Fazit zum Spa-Bereich: klein, stickig und ohne Aussicht.

Auch beim Frühstück gibt es einiges zu bemängeln: Der Raum ist unterteilt in kleinere Sitzecken, wodurch die Hektik und Lautstärke gemindert werden soll. Allerdings gelingt dies nicht: wir fühlten uns gestresst und massenabgefertigt. Das sollte in einem 4+ Hotel normalerweise nicht vorkommen. Die Kellnerinnen waren komplett überfordert und schafften es nicht, uns innerhalb einer halben Stunde zu bedienen. Nachdem wir selbst auf einen Kellner zugegangen sind, war dieser noch unfreundlich und genervt. Hier fragt man sich schon, ob man ein Verbrechen begeht, wenn man einen Cappuccino bestellen will?! Die Auswahl beim Frühstück war groß, allerdings ausschließlich von einfachster Qualität. Am nächsten Tag bestellten wir uns das Frühstück aufs Zimmer, trotz des Aufpreises von 10 EUR. Hier funktionierte zum Glück alles, außer dass es zum Cappuccino keinen Zucker gab und das Ei ohne Löffel serviert wurde…

Im Zimmer hatten wir das nächste Problem. Die Klimaanlage funktionierte nicht richtig. Angeblich reguliert sich die Temperatur im Zimmer auf 22°C, eine normalerweise angenehme Temperatur. Bei uns war es jedoch immer enorm kalt und es fühlte sich an als wären es maximal 20°C. Wir riefen die Rezeption an, die jedoch erst nach dem dritten Anrufversuch abhob… uns wurde gesagt, dass innerhalb der nächsten halben Stunde der Hausmeister vorbeischauen würde. Am Abend stellte sich jedoch heraus, dass sich keiner unser Problem angesehen hatte. Also riefen wir erneut an, diesmal meldete sich die Rezeption sogar nach dem zweiten Anrufversuch und schickte sofort jemanden vorbei. Der Hausmeister war kompetent und schaffte es im Handumdrehen uns zu helfen.

Neben dem Hausmeister ist das Design des Zimmers das einzig Positive am Andel’s Hotel. Die Zimmer sind gemütlich und das Bad mit Badewanne, separater Dusche und WC hinter einer Glastür ist sehr modern und schick. Es besitzt sogar ein Fenster und eine Fußbodenheizung. Im Zimmer gibt es genügend Steckdosen, eine gefüllte Minibar, einen Safe und einen Wasserkocher. Die Betten sind sehr bequem und neben dem Fernseher gibt es sogar einen DVD-Player.

Das Hotel an sich, hier sprechen wir aber nur vom Gebäude, hat durchaus Potenzial. Leider war es in diesem Fall fast ausschließlich das Personal, das eine Kundenzufriedenheit ausschließt. 4,5 Punkte in tripadvisor sieht man selten, da auch das Feedback anderer Gäste vor Ort eher negativ war, darf man mutmaßen, dass hier nicht nur Gäste sondern auch Agenturen ein bisschen mitbewertet haben. In Berlin gibt es zu identischen Preisen deutlich bessere Hotels wie z.B. das Lindemann’s.

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